alles, was mit Wolle und Farben zu tun hat - Spinnen, Stricken, Weben und noch so manches andere
...ja, sie gehören zu meinen Lieblingsfrüchten!
Sie sind so unheimlich wandelbar, schmecken frisch vom Baum ebensogut wie zu herzhaften oder süßen Leckereien verarbeitet. Sie leuten meine bevorzugte Jahreszeit, den Herbst ein und bewahren ihn in Form süßer Brotaufstriche oder einfach eingeweckt für kalte Wintertage.
Natürlich darf man ihre hervorragenden Eigenschaften als Kuchenbelag nicht vergessen.
Und da sich Besuch angekündigt hatte, war das für mich DIE Gelegenheit, mal wieder den liebsten Blechkuchen meiner Kinderzeit zu backen.
Ganz einfach....nur ein schöner Hefeteig, der dann dicht an dicht mit aufrechtstehenden entsteinten Pflaumen besteckt wird....nun ab in den vorgeheizten Backofen, die Veredlung zu einem wahrhaft sündigen Genuß erfolgt erst nach dem Backen!

...und dazu fällt mir eine nette Begebenheit ein!
Darf ich erzählen ?
Ich möchte niemanden langweilen, aber auch jetzt nach über 40 Jahren muß ich noch breit grinsen, wenn ich daran denke...
Also!
Damals lebten wir in einer alten Mühle. Jedes Wochenede wurden mehrere Kuchen gebacken, denn drei Kinder waren satt zu kriegen. Süßigkeiten gab es kaum und so waren wir alle drei große Kuchenfreunde.
Also, es war an einem heißen Freitag Ende August, das Haus roch nach der wochenendlichen Reinigungsaktion meiner Mama nach einer Mischung aus frischgebackenem Kuchen und Bohnerwachs. Besagter Pflaumenkuchen stand zum Abkühlen im kühlen Flur, der nur durch das Oberlicht der mit Handschnitzereien verzierten Eingangstür erhellt wurde, am Boden gleich neben der Tür zur Stube.
Ein Freund meines Vaters kam auf einen kleinen Besuch vorbei. Auf dem Dorf gab es keine Klingel, die Türe war für jeden offen und man betrat das Haus einfach, klopfte allenfalls an die Stubentür.
Durch den Kontrast von hellem Sonnenschein draußen und kühlem Dämmer im Flur war nur schlecht wirklich etwas zu erkennen.
Besagter Freund roch auf jeden Fall, daß frisch saubergemacht war und so putzte er auch ordentlich seine Stiefel auf dem Fußabtreter ab........
....erst in der Stube merkte er, daß der Fußabtreter in Wirklichkeit unser Pflaumenkuchen war...
So, nun weiter mit dem Kuchen!
Kurz vor Beendigung der Backzeit - erkenntlich an der zarten Bräunung des Hefeteigrandes - sollte man ein passendes Töpfchen, mit einem ganzen Stück Butter und einem Päckchen Staubzucker versehen (je 250g), auf dem Herd zum Kochen bringen. Dabei bitte rühren, um keinen Karamell zu produzieren.
Wenn der Kuchen fertiggebacken ist, wird er nach ganz kurzem Abkühlen mit der heißen Butter-Zuckermischung löffelweise überzogen.

Nach dem völligen Erkalten darf genascht werden.
Die Mischung der süßsauren Pflaumen mit dem süßbuttrigem Geschmack des Überzuges ist wirklich sündhaft. Und ja, es ist sicher auch Hüftgold, aber da dieser Kuchen eigentlich nur einmal im Jahr auf die Kaffeetafel kommt, kann man ihn getrost einfach nur genießen!
Und außerdem steht noch ein Marshmallowkuchen aus dem chefkoch auf dem Tisch....auch sehr lecker und vor allem schnell zubereitet.

einen schönen Sonntag wünscht euch maryana
PS: bei uns in Südthüringen sagt man einfach Pflaumen, auch wenn die Pflaumen genaugenommen Zwetschgen sind!